| Veranstaltung: | Jahreshauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.1. Sprecher*in (quotiert) |
| Antragsteller*in: | Hannah Rosenbaum (KV Dortmund) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.01.2026, 01:16 |
A18: Hannah Rosenbaum
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
globale Krisen, wachsende soziale Ungleichheit und autoritäre Tendenzen beeinflussen das tägliche Leben jedes einzelnen Menschen. Das spüren wir auch sehr deutlich hier in Dortmund.
Hier treffen immer mehr harte Gegensätze aufeinander: wirtschaftliche Zukunftschancen stehen neben prekären Lebenslagen, Innovationskraft trifft auf Armut und Wohnungsnot, Wissenschaftsstadt und Bildungsungerechtigkeit existieren nebeneinander.
Viele Dortmunder*innen kämpfen um bezahlbaren Wohnraum, um angemessene Löhne, um Teilhabe und um Respekt.
In den nächsten Jahren stehen große Richtungsentscheidungen an: Es geht darum, demokratische Räume zu schützen, soziale Gerechtigkeit ernst zu nehmen und Solidarität zu leben.
Armut ist in Dortmund kein Randphänomen und vor allem kein individuelles Versagen, sondern das Resultat struktureller Bedingungen. Menschen landen nicht einfach so auf der Straße, sondern weil Wohnraum fehlt, Jobs wegfallen und Unterstützungsstrukturen oft nicht umfassend greifen können. Umso problematischer ist ein Umgang, der Armut rein ordnungsrechtlich verhandelt. Wenn jetzt der Oberbürgermeister Betteln und Obdachlosigkeit „unattraktiv“ machen will und die Polizei Menschen in Hilfseinrichtungen drängen soll, dann setzt man auf Verdrängung statt Unterstützung und behandelt Armut vor allem als Störung des Stadtbildes. Doch Dortmund wird nicht gerechter, wird nicht besser, indem Menschen aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden. Es wird gerechter, wenn verhindert wird, dass Menschen überhaupt betteln müssen. Dafür braucht es Wohnraum, qualifizierte Arbeitsplätze, eine gute Gesundheitsversorgung und Hilfsangebote statt Repression.
Und wer jetzt weiter Stimmung damit macht die berechtigten Sorgen vieler Menschen gegen Arme, Obdachlose, Geflüchtete und Minderheiten auszuspielen, der sucht keine Lösungen, sondern Spaltung. Dieses Muster kennen wir: Es lenkt von echten Problemen ab, stachelt Misstrauen an und macht die Schwächsten zur Zielscheibe. Das löst kein einziges Problem. Das schafft nur neue Fronten. Politik muss verbinden, nicht entzweien.
Für uns als Grüne bedeutet das jetzt Haltung zu zeigen, auch wenn es unbequem wird. Unerschütterlich gegen rechte Tendenzen und jeder Art von Menschenfeindlichkeit einzustehen. Radikale Solidarität in den Mittelpunkt unseres Handels zu stellen und Bereitschaft zu zeigen zu Handeln – in Gremien, auf der Straße und in der Zivilgesellschaft.
Und das geht nur gemeinsam mit den Dortmunder*innen!
Gemeinsam heißt aber nicht „derselben Meinung sein“, sondern miteinander sprechen, einander zuhören und politische Antworten mit den Menschen entwickeln, die von unseren Entscheidungen betroffen sind. Demokratie entsteht nicht im Hinterzimmer und nicht nur in Gremien, sondern in den Quartieren, in den Schulen, in den Vereinen und in Begegnungen, die wir als politische Akteur*innen aktiv suchen müssen. Und Genau das müssen wir als Grüne noch stärker tun: rausgehen, zuhören, ernst nehmen, einbinden. Die Gespräche an über 50.000 Haustüren haben gezeigt wie wichtig das ist.
Und genau das gilt auch innerhalb unserer eigenen Strukturen. Viele neue Menschen sind in den letzten Monaten zu uns gekommen, mit dem Wunsch diese Partei mitzugestalten, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und mitzureden. Damit das gelingt, muss es noch mehr Räume geben, in denen Beteiligung möglich ist. Als Sprecherin war und ist es mein Anspruch, diese Räume weiter zu öffnen und weiterzuentwickeln: für Austausch, politische Bildung, praktisches Handeln und konstruktiven Streit.
2026 ist eines der seltenen Jahre ohne große Wahl in Dortmund. Doch das bedeutet keine Zeit für Pause, sondern Zeit um uns weiterzuentwickeln: um unsere Strukturen zu stärken, neue Mitglieder einzubinden, unsere Themen zu schärfen und unsere Sichtbarkeit in den Auseinandersetzungen dieser Stadt zu erhöhen. Es ist die Chance zu zeigen, dass grüne Politik in Dortmund mehr ist als Wahlkampf: nämlich Verantwortung für die Zukunft.
Ich bewerbe mich deshalb erneut als Sprecherin, weil ich davon überzeugt bin, dass wir als Dortmunder Grüne eine Aufgabe haben, die größer ist als unsere eigenen Strukturen: demokratische Räume verteidigen, Armut und Ausgrenzung bekämpfen, soziale Gerechtigkeit ins Zentrum rücken und Klimapolitik als Zukunftspolitik zu kommunizieren.
Und weil mir die letzten Wahlkämpfe gezeigt haben was wir alles schaffen können wenn wir zusammenhalten und genau davon möchte ich weiter mit euch ein Teil sein. Um gemeinsam weiter laut für eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu kämpfen.
Ich freue mich sehr über euer Vertrauen
Eure Hannah
Zu mir: Ich bin Hannah Rosenbaum, 37 Jahre alt, Chemikerin, wohne in der Nordstadt und bin dort Bezirksbürgermeisterin. Seit fünf Jahren bin ich im Vorstand der Grünen Dortmund aktiv, seit dreieinhalb Jahren als Sprecherin. Außerdem engagiere ich mich im Bezirksvorstand Ruhr. Politisch schlägt mein Herz für den Kampf gegen Rechtsextremismus, für soziale Gerechtigkeit und für echte Bildungschancen für alle.
- Alter:
- 37
- Geschlecht:
- w
- Geburtsort:
- Castrop-Rauxel
