| Veranstaltung: | Jahreshauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.5. Bis zu 3 Beisitzer*innen (quotiert) |
| Antragsteller*in: | Diana Jean-Pierre (KV Dortmund) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 23.01.2026, 12:49 |
A20: Diana Jean-Pierre
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen, liebe Engagierte
Politik entscheidet sich heute zu einem großen Teil am Smartphone – das wissen wir spätestens seit den jüngsten Mobilisierungserfolgen. Aber Kommunikation ist für mich weit mehr als ein Selbstzweck für Klicks oder Reichweite. Sie ist ein politischer Raum, in dem sich entscheidet, wessen Stimmen gehört werden, wessen Themen sichtbar sind – und wer systematisch an den Rand gedrängt wird.
Seit zwei Jahren darf ich im Kreisvorstand unsere digitale Kommunikation mitgestalten. Und ich möchte diesen Weg weitergehen: nicht als „stumpfe Reichweitenmaschine“, sondern als bewusste politische Gestaltung eines digitalen Raums, der nach unseren grünen Werten funktioniert – demokratisch, solidarisch und gerecht.
Gerade weil Algorithmen nicht neutral sind, sondern Zuspitzung, Wut und Polarisierung belohnen, braucht es eine klare politische Gegenstrategie. Dass wir wissen, wie Reichweite und Sichtbarkeit funktionieren, zeigen unsere Ergebnisse: Der Instagram-Kanal des Kreisverbands ist auf über 4.500 Follower*innen gewachsen – und allein im Kommunalwahlkampf hatten wir über 1,2 Millionen Views. Das bedeutet: Wir konnten grüne Themen sichtbar machen und in einen digitalen Diskurs tragen, der sonst oft von Vereinfachung, rechter Mobilisierung und antidemokratischen Narrativen geprägt ist – wie wir es auch in Dortmund erleben.
Gleichzeitig erlebe ich täglich, wie feindlich dieser digitale Raum sein kann – besonders für Frauen, für nicht-weiße Menschen und für alle, die nicht in das Bild passen, das einige dominieren wollen. Hate Speech, Rassismus, Sexismus und gezielte Einschüchterung sind kein Randphänomen, sondern Teil der politischen Realität im Netz. Algorithmen verstärken diese Dynamiken zusätzlich, weil sie Konflikte und Empörung belohnen – und dadurch diskriminierende Strukturen reproduzieren. Dem entgegenzuwirken ist für mich eine zentrale politische Aufgabe.
Gerade deshalb ist es mir wichtig, dass wir Social Media nicht nur nutzen, sondern aktiv gestalten: als Ort von Empowerment, Schutz und echter Beteiligung. Ein Raum, in dem marginalisierte Perspektiven nicht nur vorkommen, sondern bewusst gestärkt werden – mit klarer Haltung gegen Hass und mit Solidarität gegenüber Betroffenen. Und ich möchte, dass wir zusätzlich neue Kanäle und Plattformen erschließen, die demokratischen Austausch und fairen Umgang stärker ermöglichen.
Ich bringe meine ganze Lebensrealität in diese Arbeit ein: Als Schwarze Frau und alleinerziehende Mutter erlebe ich täglich, dass Gerechtigkeit, Kinderbetreuung, finanzielle Sicherheit und Teilhabe keine abstrakten Begriffe sind, sondern politische Entscheidungen mit konkreten Folgen. Diese Perspektive – die Sicht derer, die in Debatten oft nicht mitgedacht werden – möchte ich weiterhin in den Vorstand einbringen.
Außerdem schlägt mein Herz für die Kreativwirtschaft. Ich weiß, wie viel gesellschaftliches, kulturelles und politisches Innovationspotenzial in dieser Branche steckt – und wie selten diese Perspektiven in politischen Prozessen wirklich eingebunden werden. Gerade hier kann Kommunikation Brücken bauen: zwischen Politik, kreativen Milieus und neuen Formen der Beteiligung. Ich möchte diese Räume weiter öffnen, kreative Köpfe nicht nur erreichen, sondern aktiv einbinden – damit wir alle Ressourcen nutzen, um mehr Menschen von grüner Politik zu überzeugen.
Ich kandidiere erneut als Beisitzerin, weil ich unsere Kommunikationsarbeit noch enger mit unserer politischen Strategie verbinden möchte: weg von reiner Klick-Logik, hin zu nachhaltiger Mobilisierung, politischer Bildung und struktureller Veränderung. Den ersten Social-Media-Workshop haben wir bereits umgesetzt – und genau diese Qualifizierung digitaler Kompetenzen möchte ich im Kreisverband weiter ausbauen. Das gelingt aber nur gemeinsam mit Euch!
Darum ist mein wichtigstes Anliegen: Lasst uns als Dortmunder Grüne weiterhin gemeinsam einstehen – für Sichtbarkeit, für eine klare politische Haltung und für eine demokratische digitale Öffentlichkeit, egal auf welchen Plattformen wir unterwegs sind.
Für eure Stimme als Beisitzerin im Kreisvorstand wäre ich sehr dankbar.
Ich wünsche euch nur das Beste,
Eure Diana
Geboren in Dortmund und aufgewachsen zwischen Dortmund und London, habe ich früh erlebt, wie unterschiedlich Lebensrealitäten sein können. Ich bin diplomierte Designerin und seit 2005 selbstständig. Kommunikation begleitet mich dabei jeden Tag – als Handwerk und als Werkzeug für Veränderung. Mein Zuhause ist aktuell Lütgendortmund.
Wenn ich nicht politisch oder beruflich unterwegs bin, verbringe ich meine Freizeit am liebsten mit meiner kleinen Familie – wir lieben Abenteuerreisen und neue Orte.
- Alter:
- 45
- Geschlecht:
- weiblich
- Geburtsort:
- Dortmund
